Das Regierungspräsidium Tübingen hat einen Online Fragebogen für Hochwssergeschädigte ins Internet gestellt, den wahrscheinlich so schnell niemand findet, da in der Pressemitteilungen kein aktiver Link für die Benutzer gesetzt wird. Der Fragebogen ist recht umfangreich aber technisch nicht sehr professionell gemacht. Wie bei Behörden üblich gibt es keinen Möglichkeit für Teilnehmer der Umfrage auch die wichigsten Ergebnisse einzusehen – es wird auch keine Veröffentlichung angekündigt. Das ist im Web 2.0 Zeitalter eigentlich nicht akzeptabel. Prinzipiell sollte man nicht an Umfragen teilnehmen, bei denen kein verbindlicher Termin für die Veröffentlichung der Ergebnise genannt wird oder eine Online Anzeige nicht vorgesehen ist.
Beiträge vom Januar 2009
Hochwasser Fragebogen Regierungspräsidium Tübingen
Januar 31, 2009 · Kommentar schreiben
Kategorien: Hohenzollern · Überschwemmung
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Einmal im Jahr – Hochwassertag
Januar 28, 2009 · Kommentar schreiben
Ist der Keller und/oder das Haus erstmal überschwemmt, hat man natürlich keine Zeit lange im Internet nach klugen Ratschlägen zu suchen. Ist der Internetanschluss und die Elektroverteilung im Keller, so fällt meist auch das Internet aus. Wichtig ist deshalb, bei Hochwasser das Handy aufzuladen, solange noch Strom im Haus ist. Einmal im Jahr z.B. im Frühjahr bei Eröffnung der Gartensaison sollte man einen einen Hochwasser Check durchführen.
- Versicherungen prüfen – sind alle Versicherungen noch aktuell? Wurde eventuell eine Versicherung geändert oder gekündigt? Telefonnummer und Faxnummer der Versicherung für die Meldung von Schäden notieren und eventuell überprüfen. Telefonnummer der Feuerwehr, Abfall-Container Unternehmen, Elektriker, Flaschner, Heizungsbauer usw notieren. Nützliche Internet Adressen notieren und alle Informationen ausdrucken und z.B. im Ordner für das Haus ablegen.
- Überprüfen der möglichen Schwachstellen für Eindringen von Oberflächenwasser bei starkem Regen – Kellerfenster, Türen …
- Reinigen der Abflüsse im Keller, Garten und Kellerabgang
- Überprüfen der Hochwassersperre im Abfluß (falls vorhanden)
- Aufstellen/Überprüfen einer „Hochwasser – Was tun?“ Liste z.B. Gas, Wasser, Strom, (Hauptsicherung, Heizung (Heizöl) abschalten, Geräte und Auto sichern usw
- Überprüfen der Geräte und Werkzeuge für Hochwasserbeseitigung (möglichst in der Garage hoch lagern) – siehe Liste
- Familie und nachbarn infromieren – wer hilft im Urlaub?
Ideal wäre es, wenn die Gemeindeverwaltung oder die Feuerwehr in hochwassergefährdeten Gebieten, einen Hochwassertag mit Informationen in der Presse, Gemeindeblatt usw veranstalten würde. Dabei kann man auch die durchgeführten Baumaßnahmen und die Einsatzpläne aktualisieren.
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Rodenkirchen – Beispiel einer Hochwasser Bürgerinitiative
Januar 20, 2009 · Kommentar schreiben
Sind alle Straßen und Häuser überflutet kommt das Fernsehen, Bürgermeister und Abgeordnete und nach einigen Tagen sogar die lokale Umweltministerin. Wenn die Bürger, Feuerwehr, THW und andere Hilfsdienste einigermaßen aufgeräumt haben, dann fährt sogar der Ministerpräsident in seiner S-Klasse vor, um zu zeigen wie gut er doch alles organisiert hat. Man erinnert sich nur zu gut an den Unwillen des amerikanischen Volkes, als sich George Bush das Catarina Desaster nur vom Flugzeug aus angeschaut hat. Das hat ihn eventuell sogar den Wahlsieg gekostet. Kaum sind aber einige Monate ins Land gegangen, ist plötzlich kein Geld für notwendige Massnahmen an der Kanalisation, Straßen, Hochwasserschutz und Pflegearbeiten an Bach und Fluss mehr vorhanden. Bürgermeister und Gemeinderäte wohnen meist in den besseren, höhergelegenen Stadtteilen und lassen alles sehr gemächlich angehen. Hochwasserplanungen werden recht langsam betrieben. Das rächt sich jetzt da Geld mit vollen Händen ausgegeben wird, aber man dafür doch noch einen Plan braucht.
Die Bürger sind gut beraten ähnlich wie die Bürger von Rodenkirchen durch die Gründung einer Bürgerinitve Hochwasser selbst ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Die Website der Bürgerinitiative Rodenkirchen ist zur Zeit wohl die beste Informationsquelle zum Thema präventiver Hochwasserschutz. Zum Vergleich schaue man sich mal die Hochglanzbroschüre des Landes Baden-Württemberg zum Thema Hochwasserschutz oder das Portal zum Hochwasserschutz und -vorsorge an. Hier handelt es sich ganz offensichtlich um „Feigenblättle“, die das Tun der Landesregierung in rosigem Licht (mit Foto der Ministerin) für die nächste Wahl darstellen sollen aber keine einzige relevante Information für bedrohte und betroffene Bürger enthalten. Tipp: da die Hochwasserbroschüre aus hochwertigem Papier hergestellt wird kann man sie bei Hochwassergefahr zusammenknüllen und den Kellerabfluss damit abdichten. Nicht vergessen: obendrauf noch einen Sandsack mit 50 kg stellen.
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22 Millionen € für Hochwasserschutz in Schwaigern
Januar 10, 2009 · Kommentar schreiben
Nachdem in Schwaigern 1996 durch ein „Jahrhunderhochwasser“ hohe Schäden entstanden, wurden in umfassenden Hochwasserschutz mit mehreren Rückhaltebecken 22 Millionen € investiert – Rückhaltebecken kosten bis 2,5 M €. Meist ist jedoch die Summe der Schäden durch ein einmaliges großes Hochwasser höher als die Kosten für die Hochwasservermeidung. Das Problem ist jedoch dass die Bürger zum Großteil den Schaden haben jedoch die Kosten für den Hochwasserschutz das Land und teilweise auch die Gemeinden tragen müssen. Eine Bauzeit von 10 Jahren für Hochwasserschutz Anlagen ist wohl realistisch. Mal sehen wie lange man an der Starzel braucht. Keinesfalls sollte man sich in Hohenzollern nur mit schönen Worten abspeichern lassen – was in Schwaigern möglich war geht auch an anderen vom Hochwasser gefährdeten Orten!
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Hochwasser Warnsystem Starzel
Januar 10, 2009 · Kommentar schreiben
Das Hochwasser Warnsystem Starzel, das gefährdete Bewohner rechtzeitig vor lokalen Hochwassersn informieren kann, wird in ähnlicher Form bereits für Hagelwarnungen oder Hochwasserwarnungen in einzelnen Gemeinden national und international eingesetzt. Inzwischen gibt es auch einige Universitäten, die sich mit solchen oder ähnlichen Systemen befassen. Die aktuelle Einführung im Einzugsgebiet der Starzel ist aber schwierig aus verschiedenen Gründen, die nicht untypisch für Deutschland und seine Behörden sind:
- Mangelnde Akzeptanz neuer Techniken. Die Region Hechingen ist bei der Nutzung des Internets bei der Verwaltung und den Bürgern noch in der Homepage (Web 1.0) Phase. Ein Insider der IT Szene “ Da wird der PC noch mit dem Hammer abgeschaltet“. Es gibt z.B. keine Informatik AG am lokalen Gymnasium, keine nennenswerten Blogs oder lokale soziale Netzwerke und an der lokalen Volkshochschule werden allenfalls Grundkurse zur Benutzung des PCs mit Kursen zur Textverarbeitung oder Nutzung des Internets angeboten. Die Internet Nutzung durch die Feuerwehren beschränkt sich auf einige Informationsseiten. Man vergleiche z.B. die Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Hechingen mit der Seite der Freiwillige Feuerwehr der Stadt Gefell (die betreibt auch eine lokale Wetterstation zur Messung der lokalen Niederschläge – nicht umsonst liegt Thüringen beim PISA Test vor Baden-Württemberg!).
- Aktive Beteiligung der Bürger ohne Kontrolle der Behörden ist den „Beauftragten“ Land, Gemeinde, Politikern aber auch den Bürgern suspekt: „da kann man sowieso nichts machen …“
- Das Hochwassermelde System ist zu billig. Da der Aufbau und des Betrieb des Systems ausser Bürgerengagement praktisch nichts kostet (< 10 €) ist es sowohl für kommerzielle Betreiber als auch Gemeinden uninteressant. Die Gemeinde und der Gemeinderat ist am „Nicht Geldausgeben“ nicht interessiert und eigentlich auch nicht zuständig! Das Regierungspräsidium Karlsruhe beteiligt sich z.B. am dem Hochwassermeldeprojekt NOAH, das SAP helfen soll, neue und teure Software für Katastropheneinsätze zu entwickeln. Da werden einige Millionen EU Gelder verteilt. In Schwaigern wurden 1.3 Millionen € EU Gelder eingesetzt (durchaus sinnvoll) – da kann man sich als Politiker profilieren.
- Obwohl in Hechingen sehr viele Bürger geschädigt wurden, ist es doch eine Minderheit der Bürger. Die Mehrheit der Bürger rechnet damit, dass sie nicht von Unwettern betroffen wird (das hat auch für die Betroffenen des Hochwassers 40 Jahre lang gestimmt). Das Land Baden-Württemberg kümmert sich hauptsächlich um großflächigen Hochwasserschutz an Rhein und Neckar – auf ein paar hundert überschwemmte Häuser bei einem lokalen Hochwasser kommt es nicht so an. Da sind allenfalls einige tausend Wähler betroffen.
- Das Land, Regierungspräsidium aber auch Forscher an Universitäten sind es nicht gewohnt schnell zu handeln. Bevorzugt werden langfristige EU Projekte mit typischen Laufzeiten von 2 Jahr bis zum Start und Projektlaufzeiten von mindestens 4 Jahren mit einem Volumen > 1 Million €. Für schnelle, billige Lösungen gibt es weder in der Verwaltung noch an den Universitäten etablierte Prozesse. Jeder möchte möglichst viel Fördergelder möglichst lange erhalten.
- „Aus den Augen aus dem Sinn“. Schwere lokale Hochwasser sind relativ selten und werden aus dem „kollektiven Gedächtnis“ gestrichen z.B. weiß kaum ein Stuttgarter Bürger mehr, dass in den 70 er Jahren die Innenstadt überschwemmt wurde. Es ist schwierig dass Problembewusstsein (Awareness) aufrecht zu erhalten.
- Die Versicherungen sind nicht sehr interessiert, Schäden durch „kleine“ Hochwasser zu vermeiden. Diese werden vielmehr dazu benutzt, die Versicherunbgsgebühren landesweit zu erhöhen. Wie sagte doch der Alterpräsident einer großen Versicherung nach einem Vortrag über moderne Technologie zur Schadensvermeidung „Es ist doch gar nicht schlecht, wenn es ab und zu mal ein bisschen brennt … „.
Im Moment sind die Chancen dafür, dass im Raum Hechingen bereits 2009 ein Web 2.0 basierendes Hochwasserwarnsystem etabliert werden kann, eher gering. Einige Gemeinden deren Feuerwehren in Deutschland, die in der Nutzung des Internets bereits weiter sind, betreiben bereits aber bereits ähnliche Systeme und können als Keimzellen für die Verbreitung „von Unten“ sorgen.
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