Hohenzollern Senioren

Beiträge vom September 2008

Problemzone bei Hochwasser – Kellerabgang

September 28, 2008 · Kommentar schreiben

Kellerabgänge sind bei Hochwasser besonders problematisch. Wasser kann durch die Kellertür sowohl durch Rückstau durch den Abfluss als auch durch Oberflächenwasser über die Treppe eintreten. Gegen Rückstau kann man sich durch eine in den Ablauf des Kellerabgangs installierte Rückstauklappe sichern. Allerdings hat man dann das Problem, dass bei starkem Regen kein Wasser abfliessen kann und der Wasserspiegel im Kellerabgang steigt und Wasser durch die Kellertür in den Keller eindringt. Besser ist es wohl eine Hochwasser sichere Kellertür oder eine Hochwasser-Abdichtung einzubauen.  Damit kann man sich sowohl gegen Rückstau als auch Oberflächenwasser sichern.

Wohnt man am Hang und hat nur Probleme mit dem Oberflächenwasser genügt es  ist es das Eindringen von Oberflächenwasser zu verhindern. Man kann z.B. eine Mauer entlang der Kante des Kellerabgangs (50 cm wird wohl in fast allen Fällen ausreichend sein) anlegen und den Zugang mit einer professionellen Hochwassersperre absichern. Eine solche Sperre kann man mit zwei fest montierten U-Schienen und einer Sperrholzplatte, die mit Montageschaum abgedichtet wird, auch selbst bauen (Achtung Montageschaum ist anschließend schwierig zu entfernen).

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Private Wetterwarten

September 24, 2008 · Kommentar schreiben

Die amtlichen Wetterwarten des Landes Baden-Württemberg sind mit großen Abständen im Land verteilt und können das lokale Wettergeschehen nur unzureichend erfassen. Ausserdem ist die Software der Landeswetterstationen total veraltet. Mit moderner Technik und DSL können Privatpersonen mit ihren Wetterstationen wesentlich umfassendere und aktuellere Daten liefern, als die Landesbeamten. Ein schönes Beispiel ist die private Wetterwarte in Heidenheim  oder Kressbronn.  Etwa 5 private Wetterstationen entlang der Hochwasserzone Starzel würden für eine gute Hochwasservorhersage ausreichen. Eine recht gute private Wetterstation mit Anbindung ans Internet kostet 565 €.  In guten Zeiten kann man die Wetterdaten für die Planung von Gartenarbeiten, Wanderungen oder Gartenparties nutzen. Wenn Roland Roth demnächst seine Wetterwarte Süd nicht nur Oberschwaben sondern auch für das Albvorland und den Raum Stuttgart erfasst, würde das die Hochwasserwarnung erheblich erleichtern. Es werden für den Zollernalbkreis zwar Wettervorhersagen von der Wetterwarte Süd erstellt, diese sind aber wegen fehlender Messstationen für die Hochwasservorhersage noch zu ungenau.

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Jahrhunderthochwasser in Stuttgart 1972

September 14, 2008 · Kommentar schreiben

Nach einer großen Überschwemmung wie in Hechingen und im Killertal wird von den Behörden gerne darauf hingewiesen, dass man gegen ein Jahrhunderthochwasser sowieso machtlos sei und man deshalb keine Vorkehrungen treffen könne. Dabei komme extreme Hochwasser recht häufig vor. Kaum jemand erinnert sich an das Unwetter in Stuttgart von 1972 als die Innenstadt unter Wasser stand.  Die Architekten weisen gerne darauf hin, dass moderen Unterführungen und U-Bahn Schächte heute mit leistungsfähigen Pumpen ausgestattet sind, die mit jeder Wasserflut fertig werden. Richtig – aber an Hagelkörner, welche die Pumpen verstopfen, hatte halt keiner gedacht!

Stuttgart 1972

Stuttgart 1972

Zum Glück gab es dabei nur die Unterführung unter dem kleinen Schlossplatz (siehe Foto) und noch keine U-Bahnen oder Herrn Oettingers geliebten Tiefbahnhof Stuttgart 21, sonst wären viel mehr Menschen bei dem Unwetter umgekommen. Ein Lob der Stuttgarter Zeitung, die mit ihrem Projekt „Geschichte von unten“ solche Ereignisse wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung bringt. Auch damals wurde die Bevölkerung wie beim Unwetter in Hechingen nicht rechtzeitig gewarnt. Der für die Warnung Zuständige war halt leider gerade im Urlaub!

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Schadenregulierung nach Überschwemmung

September 3, 2008 · Kommentar schreiben

Holt man nach einer Überschwemmung Angebote für die einzelnen Gewerke für Reinigung, Trocknung, Böden, Heizung, Estrich, Fussböden, Tischler, Maler usw ein, wird man überrascht sein, wie hoch die Kosten für die Reperaturarbeiten sind. In der Regel sind sie höher als die Neubaukosten. Selbst bei einem kleinen Haus kommen da schnell 20 000 € oder mehr zusammen, wenn nicht nur der Keller sondern auch Wohnräume betroffen sind. Es loht sich also, selbst bei geringer Wahrscheinlichkeit für Hochwasser eine Elementarschadenversicherung abzuschliessen.

Die Versicherung bieten in der Regel drei Modelle für die Schadensregulierung an:

  1. Direkte Auszahlung – der Schaden wird vom beauftragten Gutachter der Versicherung geschätzt und man kann sich die geschätzte Schadensumme direkt auszahlen lassen. Das ist nur für versierte Handwerker interessant, die einen guten Teil der Arbeiten selbst oder durch Freunde und Verwandte (besonders beliebt in der Familie Schwarz) ausführen können. Hier gibt es natürlich keine Gewährleistung.
  2. Man übernimmt selbst die Bauleitung und beauftragt lokale Handwerker mit den notwendigen Arbeiten. Für alle Gewerke muss man jedoch Angebote einholen und sich die Kosten vom Gutachter der Versicherung genehmigen lassen. Hierfür sollte man sich mit den verschiedenen Gewerken einigermaßen auskennen und auf bekannte Handwerker im Ort zurückgreifen. Man wird jedoch überrascht sein, wieviel Aufwand eine solche Bauleitung erfordert und wieviel dabei schief gehen kann. Der Vorteil ist, dass man später bei Gewährleistung die lokalen Handwerker haftbar machen kann. Bei der Überschwemmung in Hechingen hat sich gezeigt, dass diese Methode auch am schnellsten zur Wiederherstellung des Hauses führt.
  3. Die Versicherung stellt den Zustand des Hauses vor der Überschwemmung wieder her. Hierfür beauftragt sie einen Generalunternehmer der die Bauleitung und die Beauftragung und Abrechnung mit den Handwerkern übernimmt. In der Regel verlangt der Generalunternehmer von den Handwerkern einen gewissen Prozentsatz der Auftragssumme für Bauleitung und Koordinationsarbeiten. Lokale Handwerker sind da in der Regel nicht so begeistert wenn sie alternativ direkte Aufträge von den Kunden erhalten können. Bei großen Schäden ist diese Methode durchaus zu empfehlen, wenn man wenig Zeit oder wenig Kenntnisse im Bau hat. Die Erfahrung in Hechingen zeigt aber, dass die  Schadenbeseitigung etwas länger dauert, da viele Handwerker größere Anreisewege haben und nicht wegen Kleinigkeiten extra anreisen wollen. Man kann aber durchaus auch lokale Handwerker empfehlen, die dann auch vor Ort verfügbar sind. Die Bauleiter bearbeiten jedoch mehrere Baustellen gleichzeitig und müssen mit vielen Telefonanrufen auf die eigene Baustelle gelockt werden damit die Arbeiten vorangehen.  

   Auf alle Fälle hat man einen erheblichen Aufwand und ziemlich viel Ärger, da ja bei jedem Gewerk mal wieder etwas passieren kann gemäß dem schwäbischen Handwerkerspruch “ Meister wir sind fertig – sollen wir gleich reparieren?“ Viele der vom Hochwasser betroffenen Häuser sind auch nach drei Monaten nach der Überschwemmung noch nicht wieder hergestellt, obwohl mit Hochdruck gearbeitet wurde.

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